Schlagwort-Archive: Audiovisuelle Improvisation

Duo Polaschegg & Strobl / Wodo

Freitag, 7. 12. 2018, 19:30 Uhr

Vernissage „Here and Now“, BOZAR

Vita Nina Polaschegg

Nina Polaschegg studierte Musikwissenschaften, Soziologie und Philosophie in Giessen und Hamburg wo sie auch promovierte. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Musiksoziologie, der zeitgenössischen komponierten, improvisierten und elektronischen Musik sowie im zeitgenössischen Jazz. Sie lebt als Musikwissenschaftlerin, Musikpublizistin und Kontrabassistin in Wien, arbeitet für diverse öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten in Deutschland, Österreich und der Schweiz und schreibt für verschiedene Fachzeitschriften. Lehraufträge an den Musikhochschulen bzw. Universitäten Hamburg und Klagenfurt. Als Kontrabassistin spielte sie historisch informiert in  Barockorchestern und widmet sich v.a. der (freien) Improvisation.  

Aktuelle Besetzungen u.a.:
Duo 2CV: Christoph Schiller, spinett & Nina Polaschegg, Kb  
Duo Bruno Strobl, Live-Elektr & Nina Polaschegg, Kb
Duo Tanja Feichtmair, s & Nina Polaschegg, Kb
Trio Tanja Feichtmair, s, Elisabeth Harnik, p, Nina Polaschegg, Kb
Quartett: 2 CV + Tiziana Bertoncini, vl & Thomas Lehn, analogsynth. 

(Unvollständige) Überlegungen zum Improvisieren: 

Wie lassen sich konkrete Klänge integrieren, ohne zu zitieren? Wie lässt sich Zitieren als loser Verweiszusammenhang verstehen? Wie kann über lose Verweise Neues, Anderes entstehen? Wie lassen sich Klänge in Geräusche transformieren und umgekehrt? Welche klanglichen und strukturellen Entwicklungen und Prozesse können aus solchen Transformationen entstehen? Welche Rolle spielen dynamische und energetische Veränderungen? 
Kontinuierliche Prozesse und Brüche, Irritationen verursachende Impulse. 
Als ferner (?) Hintergrund: die Klanggebung der „Alten Musik“. Musik als dialektischer Prozess.

http://oe1.orf.at/artikel/626908

Bruno Strobl

1949 in Klagenfurt geboren. Lebt als Komponist in Wien.
Seit 1977 Vorsitzender der IGNM-Kärnten. Als solcher organisierte er viele Kurse, Workshops und Projekte mit zeitgenössischer Musik.  
1987 – 1995 Gründer und Leiter des „Vokalensemble Vox Nova“. Als Dirigent des „Ensemble Kreativ“ von 1988 – 2009 viele Aufführungen und Uraufführungen von Werken Österreichischer und ausländischer KomponistInnen.  2005 gründete er das Ensemble MusikFabrikSüd.
Viele Preise und Anerkennungen. 
Von 2008 bis 2018 Präsident der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik. 
2016 Mitkurator des 3-tägigen Festivals „Comprovise – Internationales Festival für Komponierte und Improvisierte Zeitgenössische Musik“.
Seit 2012 work in progress: Duo Polaschegg&Strobl

Man kann ähnliches Bestreben in seinen Kompositionen und in der Art seiner Improvisationen finden:  
das Interesse an allen Arten von Klängen, neue Klänge zu entwickeln und die Möglichkeiten der Mikrotonalität zu erforschen.  

Er schrieb Werke in allen Kategorien – vom Solostück bis zu Orchesterwerken und Musiktheaterprojekten, und er schuf viele elektroakustische und elektronische Werke. 
Er hatte zahlreiche Aufführungen im In- und Ausland, Aufnahmen mit dem ORF, dem Deutschen Radio und TV und dem Slowenischen Radio und TV. Für großes Interesse sorgten seine Opern „Sarah und ihre Männer“ und „Hemma. Eine Weibspassion“
Seine Werke gibt es auf mehr als 20 CDs.

Weitere Infos: www.brunostrobl.at

Wodo

Bildnerische Improvisation, live digital graphic
http://www.wodo.eu/biografie/

Eintritt frei, Spenden erwünscht.

Quartett BARULHO

Donnerstag 8. 11. 2018 19:30

Einen Bogen spannen mit Jean Paul

Projektidee, Textauswahl: Herbert LACINA

Martin BURK: Kontrabass
Gloria DAMIJAN: Berimbau, Toy Pianos
Herbert LACINA: E-Bass
Michael Franz WOELS: Berimbau, E-Gitarre

mit Wolfgang DOKULIL: Skulpturale Improvisation

Textpassagen aus Jean Paul: Siebenkäs, Erstes Blumenstück (Rede des toten Christus vom Weltgebäude herab, daß kein Gott sei) dienen als Inspiration für musikalische und bildnerische Entwicklungen und Stimmungsbilder.

BERIMBAU

Der Pfeilbogen wendet sich zu mir
schenkt mir seinen Klang
bauscht meine Fingerspitzengefühle auf zum Rhythmusregenbogen
zieht mit seinem Trinkgefäß mir die Stimme aus dem Herzen
bringt mich so auf den Friedenspfad des Tanzes zurück
da, wo wir hin(ge)hören …
aufs Äußerste gelassen – aufs Innerste gespannt.
(Andreas Gerber)

Erste Nachweise des Musikbogens finden sich in der „Drei-Brüder-Höhle“ in Frankreich, wo sich eine etwa 15 000 Jahre alte Darstellung eines Tänzers findet, der gleichzeitig einen mit dem Mund gespielten Musikbogen betätigt. Durch die Erweiterung der Bespannung entstanden schließlich mehrsaitige Instrumente. Das Klavier und der Kontrabass als extrem komplex gebaute Instrumente, sowie die E-Gitarre und der E-Bass als historisch junge Erscheinungsformen in der Familie der Saiteninstrumente werden  in diesem Konzert mit der wohl am weitesten verbreiteten Form des Musikbogens, dem aus Brasilien stammenden „BERIMBAU“ konfrontiert. Das „BERIMBAU“ selbst geht zurück auf west- und zentralafrikanischer Musikbögen, welche die als Sklaven nach Brasilien verschleppten Menschen mitbrachten. Es gibt drei verschiedene Typen des Berimbaus – Gunga, Medio und Viola – die gemeinsam ein Consort bilden. Das Klavier kann in diesem Zusammenhang als Weiterentwicklung von als Stabzither verwendeten Musikbögen betrachtet werden. Die Tanpura, eine in der indischen Musik gebräuchlichen Langhalslaute – die als begleitendes, obertonreiches Borduninstrument verwendet wird –  schließt den Bogen zwischen Komplexität und Archaischen.  

BARULHO (Portugiesisch: Lärm, Aufruhr)

Die Undurchschaubarkeit des Geschehens hat System: Wie jedes Konzert von der ursprünglichen Wortbedeutung concertare – sich bekämpfen – her als ein geordneter Wettstreit der Musikinstrumente aufgefasst werden kann, so kommt es auch bei BARULHO immer wieder zu „familiärem Zwist und Disput“ zwischen den Saiten-Instrumenten, der sich in energiegeladenen Spannungsbögen entlädt. Psychologisch gesehen bedeutet der Lärm von BARULHO die elementarste Form der Sublimation: zurückgestaute Aggression der Gegen-Spieler kann symbolisch und vielsaitig ausgelebt werden. Die musikalischen Äußerungen von BARULHO, psychohygienische Umwandlungen, wollen Bewunderung auslösen, Angst einflößen oder bannen, täuschen, verblüffen, ablenken oder einschläfern. Der Raum zwischen den besaiteten Lärmmachern wird mit geheimnisvollen Gesten abgetastet und in ausgreifenden, polyrhythmischen Schritten durchmessen. Zuweilen können auch Einzeldarbietungen das Geschehen auflockern. Diese Einlagen setzen einen Kontrapunkt zu den tiefen, langsamen Bewegungen der Eingangsphase.

BILD

Zum Text und in den Disput der Musik mischt sich die bildnerische Äußerung. Mit alltäglichem Material wird eine Skulptur improvisiert. Die visuelle Wahrnehmung der Entstehung einer Skulptur und die Arbeitsgeräusche stellen innerhalb dieses Text/Musik/Bild-Konglomerats den Anspruch auf eine grenzüberschreitende Kommunikation im Hier und Jetzt als Antwort auf Jean Pauls Gottsuche.

Eintritt frei, Spenden erwünscht.

Duo Schuler Lin

Sa / 20.10.2018 /19:00 – Duo Schuler Lin

Laura Schuler (Violine)
Yedda Lin (Klavier)
Wolfgang Dokulil (Bildnerische Improvisation)

Wir erwarten eine Performance vom Feinsten!

Laura Schuler, Violinistin aus der Schweiz, hat uns bereits im Mai 2018 besucht: https://kunstbetrieb.co/2018/05/19/solokonzert-laura-schuler-violine/  Sie hat das Publikum durch Ihre spannende Klangwelt mit Geige und Stimme von ihrer musikalischen  Persönlichkeit überzeugt.

Die Pianistin Yedda Lin ist mit ihrer Konzertreihe PEI Lab und vielen GastmusikerInnen schon sieben mal im KunstbeTrieb aufgetreten. Zwischen Struktur, Klang und Minimalismen versucht sie eine Balance zu finden und – möglicherweise – einen neuen Ausdruck.

Wir freuen uns auf das Duo der beiden wunderbaren Musikerinnen – und auf die gemeinsame musikalisch-bildnerische Improvisation mit Wolfgang Dokulil. Dieser entwickelt ein Sparten- und Mediengrenzen übergreifende Spiel zwischen Kommunikation, freier Assoziation und Materialbeherrschung.

Eintritt frei, Spenden erwünscht.

Nothing is guaranteed

Samstag 13.10.2018 19:00 uhr

im KunstbeTrieb

Nothing is guaranteed – It always changes
PEI Lab VII

Elisabeth Flunger (percussion)
Yedda Lin (prepared piano)
free audiovisual association with Wolfgang Dokulil (sculpture)

All artist are passionate and virtuoso. In this cast they are going to perform the very first time. An evening full of surprises and intensity with quality will be expected.

Elisabeth Flunger ist Schlagzeugerin, Komponistin und Performerin im Bereich der improvisierten und zeitgenössischen Musik und lebt in Wien. Ihr Lieblingsinstrument ist eine Ansammlung von Metallobjekten, die sie in Konzerten, Rauminstallationen und Performances verwendet. Für dieses Instrumentarium hat sie spezielle Spieltechniken entwickelt und eine Reihe von Solostücken komponiert.

Yedda Chunyu Lin ist Pianistin, Komponistin und Klavierpädagogin, lebt seit 17 Jahren in Wien, hat Klassiker studiert, wurde von Klangdenkern der Moderne geprägt. Sie ist mittlerweile fest „im Bereich der neuen und freien Musik“ verankert.

“Bei allem Hang zur freien, freitonalen Musizierhaltung – Lin hat auch zum Bereich Komposition einen Bezug und dabei eine besondere Sicht der notierten Dinge. Sie betrachtet „Kompositionen als lebende Wesen, solche, die über das Thema Mensch und Existenz“ reflektieren. “ ( Quelle: Ljubisa Tosic, der Standard )

Wolfgang Dokulil ist bildender Künstler. Er befasst sich mit audiovisueller Improvisation, mit live Kommunikation von bildender Kunst, Musik, Literatur und Tanz. In den Performances entwickelt sich ein Sparten- und Mediengrenzen übergreifendes Spiel. Die Formgebung ist getrieben von freier Assozation und Materialbeherrschung. Mit analogen und digitalen Mitteln erschafft er ungegenständliche Skulpturen und Bilder. Eine spannende Erweiterung der Wahrnehmungsfähigkeit.

Eintritt frei, Spenden erwünscht.

gefördert von:

PEI Lab V – Yedda Chunyu Lin und Wolfgang Reisinger

Samstag 23.06.2018 19:00 Uhr

Yedda Chunyu Lin – Piano
Wolfgang Reisinger – Drums

Yedda Chunyu Lin

Wolfgang Reisinger

2009, they played the first time in Marco Eneidi’s Celeste Monday night’s session. – Wolfgang Reisinger (Drums) Yedda Lin (Piano)
2016, they played a concert together as members of Reform Art Unit at the Martinschlössl. – Wolfgang Reisinger (Drums) Yedda Lin (Zither)
2018, the first official concert of this piano & drums duo!

http://www.wolfgang-reisinger.com
http://yeddachunyulin.wordpress.com

Anschließend werden die beiden MusikerInnen eine audiovisuelle Improvisation mit Wolfgang Dokulil (live digital painting) gestalten.

Eintritt frei. Spenden erwünscht.