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No Limits

Eyal Mouz, Yedda Lin, Lukas Ligeti, Wodo

Montag, 17. 12. 2018, 19:30 Uhr

Eyal Maoz – guitar
Yedda Lin – piano
Lukas Ligeti – drums
Wodo – visual art.

Irgendwie haben die Vier schon mit einander zu tun gehabt. Eyal hat mit Lukas zusammen gespielt. Lukas und Yedda haben seit 2014 öfters mit einander gespielt. Wolfang und Yedda haben gemeinsam performed. Und Yedda, Lukas und Wolfgang haben zusammen gespielt. Eyal Maoz ergriff nun anlässlich seines Europabesuches die Initiative. Am 17. 12. 2018 sind die Grenzen überwunden – geografisch, musikalisch, künstlerisch und überhaupt.

Eyal Maoz: „I am a downtown New York City musician and a member of John Zorn’s Cobra and Abraxas. I am a composer and guitarist with albums at Tzadik, Chant, Ayler, Piadrum and OutNow Records, and leader of bands including Edom, Dimyon, Wild Type and more.“

He  also has a great band together with Lukas Ligeti and James Ilgenfritz – Hypercolor, a revolutionary jazz-inflected art-rock trio.

Known to tell stories of pain, hope, strength, joy and celebration, Maoz’s music oscillates between extremely delicate and highly volatile. His work evokes extravaganza of cutting edge experimental and chamber grace.

Yedda Chunyu Lin (Taiwan / Austria)  is a pianist and composer. She studied classical piano at the university of music and performing arts,Vienna (MDW).
Manon-Liu Winter gave her big impressions of contemporary music and improvisation. Franz Hautzinger’s Ensemble 3000 had introduced her in a new musical freedom.
Since 2009 she started her performance as an improviser and composer with many wonderful musicians: Katharina Klement, Franz Hautzinger, Clayton Thomas, Lukas Ligeti, Fritz Novotny, Daniel Lercher, Wolfgang Reisinger, Tanja Feichtmair, Arnold Haberl, Irene Kepl, Elisabeth Flunger, Alois Eberl.

„In my compositions, I experiment different sounds, play between dissonance, noise, conventional and unconventional melodies and harmonies. Influenced from classical piano and my taiwanese / asian background. I play the piano not only in a conventional way, but also use some objects, such like titanic pipes or wooden sticks…etc. to produce diverse interesting sounds from the keys and strings and to encode my fantasies (prepared piano). Between structure, sound, minimal music, I try to find a balance and – perhaps – a new expressionism.“

Lukas Ligeti: Transcending the boundaries of genre, composer-percussionist Lukas Ligeti has developed a musical style of his own that draws upon downtown New York experimentalism, contemporary classical music, jazz, electronica, as well as world music, particularly from Africa. Known for his non-conformity and diverse interests, Lukas creates music ranging from the through-composed to the free-improvised, often exploring polyrhythmic/polytempo structures, non-tempered tunings, and non-western elements. Other major sources of inspiration include experimental mathematics, computer technology, architecture and visual art, sociology and politics, and travel. He has also been participating in cultural exchange projects in Africa for the past 15 years.

Born in Vienna, Austria into a Hungarian-Jewish family from which several important artists have come including his father, composer György Ligeti, Lukas started his musical adventures after finishing high school. He studied composition and percussion at the University for Music and Performing Arts in Vienna and then moved to the U.S. and spent two years at the Center for Computer Research in Music and Acoustics at Stanford University before settling in New York City in 1998.

His commissions include Bang on a Can, the Vienna Festwochen, Ensemble Modern, Kronos Quartet, Colin Currie and Håkan Hardenberger, the American Composers Forum, New York University, ORF Austrian Broadcasting Company, Radio France, and more; he also regularly collaborates with choreographer Karole Armitage.

As a drummer, he co-leads several bands and has performed and/or recorded with John Zorn, Henry Kaiser, Raoul Björkenheim, Gary Lucas, Michael Manring, Marilyn Crispell, Benoit Delbecq, Jim O’Rourke, Daniel Carter, John Tchicai, Eugene Chadbourne, and many others. He performs frequently on electronic percussion often using the marimba lumina, a rare instrument invented by California engineer Don Buchla.

Wodo, Wolfgang Dokulil ist bildender Künstler.
Geboren in Wien in der Nachfolge eines tschechischer Emigranten, eines revolutionären Sozialdemokraten, einer suizidalen Hilfsarbeiterin, eines Feinmechanikers, einer Wirtshaustochter, einer religiösen Kindergärtnerin und eines konservativen Musikers sind ihm viele Identitäten in die Wiege gelegt. Ein strenger väterlicher Klavier- und Violinunterricht erzwang zwar eine nicht musikalische Laufbahn, verankerte aber eine tiefe musikalische Empfindungsfähigkeit in seiner Seele.

Er studierte Malerei und Grafik an der Universität für Angewandte Kunst Wien und Bildhauerei / Kleinplastik an der Akademie der Bildenden Künste Wien. Intensiven Materialexplorationen in Stein, Stuck, Gips, Metall, u.a. auch als Restaurator für Kunstdenkmäler, folgten malerische Experimente und ausgedehnte Streifzüge in die Welt der digitalen Bilder. Seine Bildfindung ist von freier Assoziation getrieben. Ungegenständlich ist die Matrix, in der Realität sichtbar werden kann. Was diese Realität ist, kann immer nur mittels Kommunikation beantwortet werden. Der nächste Schritt führt ihn zu partizipativer Kunst und zur freien Improvisation als Kommunikation, die jeweils eine neue Welt erschafft.

Er brachte den KunstbeTrieb als Ort künstlerischer Performance ins Rollen. KünstlerInnen verschiedener Sparten – Bildende Kunst, Musik, Literatur / Sprache, Tanz – kommunizieren und improvisieren auf Augenhöhe miteinander. Sein eigener künstlerischer Beitrag ist die live improvisierte bildende Kunst – in Form von skulpturalen Improvisationen, digital paintings, räumlichen Installationen.

Eintritt frei, Spenden erwünscht.

P E I Lab IX – Dance Theatre

FREITAG, 14. 12. 2018, 19:30

Stephanie Tietz (butoh)
Yedda Lin (piano / project realizer / text)
Wolfgang Dokulil (installation / art)

Scene I. a tree
Scene II. in between
Scene III. same ∙ difference

same ∙ difference

somehow
we look
for something that does not belong to our roots
don’t know
where it comes from
what should it be
we discovered
joy and pain
consciousness and confusions
I —
settle down
in between

˝ Yedda Chunyu Lin

Gedanken über Familie als dreiszenisches Tanztheater, mit einer Installation von Wolfgang Dokulil.
Nach der Pause – eine freie Assoziation von Klang, Körper und Kunst.

Butoh (jap.舞踏, butō), eigentlich: Ankoku Butō (暗黒舞踏, dt. „Tanz der Finsternis“), ist ein Tanztheater ohne feste Form, das nach dem 2. Weltkrieg in Japan entstand. Es wurde von Tatusmi Hijikata und Kazuo Ono ins Leben gerufen.
….. Es ist auch ein Widerstand „…gegen den bloßen Import der westlichen Moderne in Tanz und Theater“, mit dem Ziel, „…eine neue, zeitgenössische und selbstrefexive japanische Kunst schaffen zu wollen“. Was entstand, lässt sich poetisch umschreiben als „die Entdeckung des dunklen Körpers“.

Künstlerinnen:

Stephanie Tietz lebt in Wien und arbeitet im Bereich Performance, experimenteller, zeitgenössischer Tanz und Butoh:

„Tanz ist Experiment, Musik und Poesie. Der Körper ein Instrument um (un)erwartete, dissonante, unbekannte Bereiche der Existenz auszuloten. Besondere Beachtung erfahren dabei Ubergänge, Zwischenräume, Lücken, Schnittstellen – das Dazwischen.
Tanz als Dialog mit dem Innen & Außen, dem Subtilen, dem (Un)Endlichen.“

Yedda Lin (a.k.a. Yedda Chunyu Lin) ist Pianistin, Komponistin und Klavierpädagogin, lebt seit 18 Jahren in Wien. Mit vier hat sie Klavierspielen begonnen, und Unterricht genommen. Sie hat IGP Klavier (Klassik) in der Universität für darstellenden Kunst und Musik Wien studiert, wurde von Klangdenkern der Moderne geprägt. Sie ist mittlerweile fest „im Bereich der neuen und freien Musik“ verankert. Mit ihrem Projekt P E I Group und Komposition für Solo Klavier “Liquid Suites” konzertierte sie in Wien, Porgy & Bess, Alte Schmiede, Martinschlössl, Echoraum, Brick5, weiteres in Festivals in Graz, Linz, Voralberg, Villach, Burgenland, sowie internationalen Auftritten in Taiwan, Slowenien, Slowakai, Schweiz…

“Bei allem Hang zur freien, freitonalen Musizierhaltung – Lin hat auch zum Bereich Komposition einen Bezug und dabei eine besondere Sicht der notierten Dinge. Sie betrachtet „Kompositionen als lebende Wesen, solche, die über das Thema Mensch und Existenz“ refektieren. “ ( Quelle: Ljubisa Tosic, der Standard)

Wolfgang Dokulil (Wodo) ist bildender Künstler. Er brachte den KunstbeTrieb als Ort künstlerischer Performance ins rollen. KünstlerInnen verschiedener Sparten – Bildende Kunst, Musik, Literatur / Sprache, Tanz – kommunizieren und improvisieren auf Augenhöhe miteinander. Sein eigener künstlerischer  Beitrag ist die live improvisierte bildende Kunst – in Form von skulpturalen Improvisationen, digital paintings, räumlichen Installationen.

Eintritt frei, Spenden erwünscht.

Rosa Rauschn / Wodo

Dienstag / 27.11. / 20:00

Gloria Damijan (Klavier, Toy Piano)
Gabi Teufner (Flöte)
Wolfgang Dokulil (Skulptur)

rosa rauschn:
agil···abstrakt···kontemplaࢢv···melodiös···(berauschend)•••anࢢdogmaࢢsch···ironisch···
weibliche Stereotype hinterfragend

Gabi Teufner und Gloria Damijan lernten sich 2003 an der Universität für Musik und
Darstellende Kunst Wien kennen, wo beide im Rahmen ihresIGP-Studiums des Schwerpunkt
‚Freie Improvisaࢢon und Neue Musikströmungen‘ absolvierten. Seit dem regelmäßige
Zusammenarbeit innerhalb verschiedenster Besetzungen im Bereich Freie Improvisaࢢon (u.a.
Improvisaࢢonsensemble ‚ctrl‘, sowie diverse weitere Kooperaࢢonen mit MusikerInnen aus
Österreich, Norwegen, Portugal…), Zeitgenössische Musik (Uraufführungen zahlreicher
Komposiࢢonen u.a. von Mirela Ivicevic, Slobodan Kajkut, Niklas Seidl…), klassische
Kammermusik (Schwerpunkt weibliche KomponistInnen von Barock bisImpressionismus, insb.
Lili Boulanger, Mel Bonis). Seit 2012 regelmäßige Akࢢvität alsimprovisierendes Duo ‚Rosa
rauschn‘

Wolfgang Dokulil – Bildnerische Improvisation

Eintritt frei, Spenden erwünscht.

Nichts ist wichtig

Freitag, 23. November 2018, 19:30

Bild und Sprache

Carina Nekolny – Sprache
Wolfgang Dokulil – Bild

Titelbild

Lässt sich Sprache improvisieren? Und was passiert dabei? Was entsteht, wenn zwei Medien rückkoppeln? Und was, wenn nicht? 

Was auch immer es sein wird, was Wolfgang Dokulil und Carina Nekolny dabei herausfinden, Kafka wird eine Rolle spielen. Nichts ist wichtig.

Eintritt frei, Spenden erwünscht.

Quartett BARULHO

Donnerstag 8. 11. 2018 19:30

Einen Bogen spannen mit Jean Paul

Projektidee, Textauswahl: Herbert LACINA

Martin BURK: Kontrabass
Gloria DAMIJAN: Berimbau, Toy Pianos
Herbert LACINA: E-Bass
Michael Franz WOELS: Berimbau, E-Gitarre

mit Wolfgang DOKULIL: Skulpturale Improvisation

Textpassagen aus Jean Paul: Siebenkäs, Erstes Blumenstück (Rede des toten Christus vom Weltgebäude herab, daß kein Gott sei) dienen als Inspiration für musikalische und bildnerische Entwicklungen und Stimmungsbilder.

BERIMBAU

Der Pfeilbogen wendet sich zu mir
schenkt mir seinen Klang
bauscht meine Fingerspitzengefühle auf zum Rhythmusregenbogen
zieht mit seinem Trinkgefäß mir die Stimme aus dem Herzen
bringt mich so auf den Friedenspfad des Tanzes zurück
da, wo wir hin(ge)hören …
aufs Äußerste gelassen – aufs Innerste gespannt.
(Andreas Gerber)

Erste Nachweise des Musikbogens finden sich in der „Drei-Brüder-Höhle“ in Frankreich, wo sich eine etwa 15 000 Jahre alte Darstellung eines Tänzers findet, der gleichzeitig einen mit dem Mund gespielten Musikbogen betätigt. Durch die Erweiterung der Bespannung entstanden schließlich mehrsaitige Instrumente. Das Klavier und der Kontrabass als extrem komplex gebaute Instrumente, sowie die E-Gitarre und der E-Bass als historisch junge Erscheinungsformen in der Familie der Saiteninstrumente werden  in diesem Konzert mit der wohl am weitesten verbreiteten Form des Musikbogens, dem aus Brasilien stammenden „BERIMBAU“ konfrontiert. Das „BERIMBAU“ selbst geht zurück auf west- und zentralafrikanischer Musikbögen, welche die als Sklaven nach Brasilien verschleppten Menschen mitbrachten. Es gibt drei verschiedene Typen des Berimbaus – Gunga, Medio und Viola – die gemeinsam ein Consort bilden. Das Klavier kann in diesem Zusammenhang als Weiterentwicklung von als Stabzither verwendeten Musikbögen betrachtet werden. Die Tanpura, eine in der indischen Musik gebräuchlichen Langhalslaute – die als begleitendes, obertonreiches Borduninstrument verwendet wird –  schließt den Bogen zwischen Komplexität und Archaischen.  

BARULHO (Portugiesisch: Lärm, Aufruhr)

Die Undurchschaubarkeit des Geschehens hat System: Wie jedes Konzert von der ursprünglichen Wortbedeutung concertare – sich bekämpfen – her als ein geordneter Wettstreit der Musikinstrumente aufgefasst werden kann, so kommt es auch bei BARULHO immer wieder zu „familiärem Zwist und Disput“ zwischen den Saiten-Instrumenten, der sich in energiegeladenen Spannungsbögen entlädt. Psychologisch gesehen bedeutet der Lärm von BARULHO die elementarste Form der Sublimation: zurückgestaute Aggression der Gegen-Spieler kann symbolisch und vielsaitig ausgelebt werden. Die musikalischen Äußerungen von BARULHO, psychohygienische Umwandlungen, wollen Bewunderung auslösen, Angst einflößen oder bannen, täuschen, verblüffen, ablenken oder einschläfern. Der Raum zwischen den besaiteten Lärmmachern wird mit geheimnisvollen Gesten abgetastet und in ausgreifenden, polyrhythmischen Schritten durchmessen. Zuweilen können auch Einzeldarbietungen das Geschehen auflockern. Diese Einlagen setzen einen Kontrapunkt zu den tiefen, langsamen Bewegungen der Eingangsphase.

BILD

Zum Text und in den Disput der Musik mischt sich die bildnerische Äußerung. Mit alltäglichem Material wird eine Skulptur improvisiert. Die visuelle Wahrnehmung der Entstehung einer Skulptur und die Arbeitsgeräusche stellen innerhalb dieses Text/Musik/Bild-Konglomerats den Anspruch auf eine grenzüberschreitende Kommunikation im Hier und Jetzt als Antwort auf Jean Pauls Gottsuche.

Eintritt frei, Spenden erwünscht.