Schlagwort-Archive: Musik

WILDER FISCH

Freitag, 15. Februar 2019, 19:30

Thomas Scharrenbroich (visuals)
Georg Janker (bass, modulenzfrequentator)
Julius Winter (e-git
Uli Winter (cello)
Fredi Pröll (dr)

Wenn dieses Ensemble auftritt, ist das improvisierte und deshalb seltene Musik. (In dieser Konstellation gibt es sowohl noch nie gehörte als auch noch nie gesehene Werke zu bestaunen.) 
Die Zusammenarbeit ist eine Herausforderung, aber sie besitzt auch die Kraft, die Performance zu verändern, die visuellen Reize der Bilder erzeugen eine Stimmung, die die Instrumentalisten in einer ganz speziellen Intensität aufeinander eingehen lässt.
Gemeinsam werden die entlegensten Winkel der improvisierten Musik erforscht: Spontane Aktion und Reaktion, gegenseitige Inspiration, ein Miteinander und Gegeneinander… Das Ergebnis ist einzigartig, jedes Mal anders und jedes Mal neu. Es ist eine Reise ins Ungewisse.

Eintritt frei, Spenden erwünscht.

gefördert im Rahmen der Reihe „Eisberg“ von

 

 

ctrl – feminine und Wodo

Freitag, 22. Februar 2019, 19:30

Gloria Damijan – Klavier/Toy-Piano
Meike Melinz – Querflöten
Gabi Teufner – Querflöten
wodo (Wolfgang Dokulil) – Bildnerische Interaktion

Gabi Teufner, Meike Melinz (Querflöten) und Gloria Damijan (Klavier/Toy Piano) lernten sich auf der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien im Rahmen des Schwerpunkts Freie Improvisation und Neue Musikströmungen kennen. Nach Abschluss des Schwerpunkts beschlossen sie, weiter im Feld der experimentellen Improvisation und Klangkunst aktiv zu sein und gründeten 2005 gemeinsam mit Bernd Klug (Kontrabass) und Bernhard Schöberl (Gitarre) das Ensemble ‚ctrl‘, von dem 2008 schließlich auch die CD ‚25.11‘ auf ‚Creative Sources‘ erschienen ist. Bedingt durch die sich ändernden Lebensumstände ging man mehrere Jahre lang zwangsläufig getrennte Wege. Nun haben die Lebenswege den weiblichen Anteil wieder zusammengeführt. Das soll nun ausreichend zelebrert werden. Ein bereichernder Austausch von Erfahrungen, musikalischer Wiedersehensfreude und bildnerisch-klangliche Interaktion.

Eintritt frei, Spenden erwünscht.

gefördeert im Rahmen der Reihe „Eisberg“ durch:

Eschata feat. wodo

Donnerstag, 31.1.2019, 19:30

Gloria Damijan – toy piano
Günther Albrecht – dirty electronics


Es wird geschabt, gerauscht, auch mal gefiept. Vielleicht verirrt sich auch der eine oder andere Groove?
Mehr Infos und Hörbeispiele unter
http://soundhome.mur.at/eschata.html

Wolfgang Dokulil – live visuals

Eintritt frei, Spenden erwünscht.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe EISBERG gefördert vom Bezirk Währing.

BCE-Trio (Bruckner, Cizek, Ertel)

Mittwoch, 16.1.2019, 19:30

Sylvia Bruckner: Klavier, Zither, Akkordeon
Martina Cizek: Saxofone, Klangkörper
Angelina Ertel: Querflöten, Gemshorn, Klangkörper
wodo – visuals

„In den Jahren der hörbaren Verstummung der Insekten und Vögel
scheinen die drei über dieses Drama improvisierend hinwegkommen zu
wollen, erst tastend, zaghaft, dann aufgeregt zwitschernd und klimpernd,
doch die geordnetere Besinnung folgt auf den Fuß, und irgendwann stellt
sich auch die Trauer ein über das unwiederbringlich Verlorene.
Vielleicht kann Musik trotzdem lustig sein…

Das Trio scheint nie zu verstummen; nach längerer Stille spielen sie
wieder auf, einander in die Hände und Münder, legen die Klänge, die sie
ihren Instrumenten abringen, in unsere Ohren und Gemüter, aus denen sie
nie mehr herausgehen, sowenig wie das verklingende Vogelgezwitscher.“ AP (alice pechriggl)

 

Eintritt frei, Spenden erwünscht.

Förderung im Rahmen der Veranstaltungsreihe Eisberg:

Quartett BARULHO

Donnerstag 8. 11. 2018 19:30

Einen Bogen spannen mit Jean Paul

Projektidee, Textauswahl: Herbert LACINA

Martin BURK: Kontrabass
Gloria DAMIJAN: Berimbau, Toy Pianos
Herbert LACINA: E-Bass
Michael Franz WOELS: Berimbau, E-Gitarre

mit Wolfgang DOKULIL: Skulpturale Improvisation

Textpassagen aus Jean Paul: Siebenkäs, Erstes Blumenstück (Rede des toten Christus vom Weltgebäude herab, daß kein Gott sei) dienen als Inspiration für musikalische und bildnerische Entwicklungen und Stimmungsbilder.

BERIMBAU

Der Pfeilbogen wendet sich zu mir
schenkt mir seinen Klang
bauscht meine Fingerspitzengefühle auf zum Rhythmusregenbogen
zieht mit seinem Trinkgefäß mir die Stimme aus dem Herzen
bringt mich so auf den Friedenspfad des Tanzes zurück
da, wo wir hin(ge)hören …
aufs Äußerste gelassen – aufs Innerste gespannt.
(Andreas Gerber)

Erste Nachweise des Musikbogens finden sich in der „Drei-Brüder-Höhle“ in Frankreich, wo sich eine etwa 15 000 Jahre alte Darstellung eines Tänzers findet, der gleichzeitig einen mit dem Mund gespielten Musikbogen betätigt. Durch die Erweiterung der Bespannung entstanden schließlich mehrsaitige Instrumente. Das Klavier und der Kontrabass als extrem komplex gebaute Instrumente, sowie die E-Gitarre und der E-Bass als historisch junge Erscheinungsformen in der Familie der Saiteninstrumente werden  in diesem Konzert mit der wohl am weitesten verbreiteten Form des Musikbogens, dem aus Brasilien stammenden „BERIMBAU“ konfrontiert. Das „BERIMBAU“ selbst geht zurück auf west- und zentralafrikanischer Musikbögen, welche die als Sklaven nach Brasilien verschleppten Menschen mitbrachten. Es gibt drei verschiedene Typen des Berimbaus – Gunga, Medio und Viola – die gemeinsam ein Consort bilden. Das Klavier kann in diesem Zusammenhang als Weiterentwicklung von als Stabzither verwendeten Musikbögen betrachtet werden. Die Tanpura, eine in der indischen Musik gebräuchlichen Langhalslaute – die als begleitendes, obertonreiches Borduninstrument verwendet wird –  schließt den Bogen zwischen Komplexität und Archaischen.  

BARULHO (Portugiesisch: Lärm, Aufruhr)

Die Undurchschaubarkeit des Geschehens hat System: Wie jedes Konzert von der ursprünglichen Wortbedeutung concertare – sich bekämpfen – her als ein geordneter Wettstreit der Musikinstrumente aufgefasst werden kann, so kommt es auch bei BARULHO immer wieder zu „familiärem Zwist und Disput“ zwischen den Saiten-Instrumenten, der sich in energiegeladenen Spannungsbögen entlädt. Psychologisch gesehen bedeutet der Lärm von BARULHO die elementarste Form der Sublimation: zurückgestaute Aggression der Gegen-Spieler kann symbolisch und vielsaitig ausgelebt werden. Die musikalischen Äußerungen von BARULHO, psychohygienische Umwandlungen, wollen Bewunderung auslösen, Angst einflößen oder bannen, täuschen, verblüffen, ablenken oder einschläfern. Der Raum zwischen den besaiteten Lärmmachern wird mit geheimnisvollen Gesten abgetastet und in ausgreifenden, polyrhythmischen Schritten durchmessen. Zuweilen können auch Einzeldarbietungen das Geschehen auflockern. Diese Einlagen setzen einen Kontrapunkt zu den tiefen, langsamen Bewegungen der Eingangsphase.

BILD

Zum Text und in den Disput der Musik mischt sich die bildnerische Äußerung. Mit alltäglichem Material wird eine Skulptur improvisiert. Die visuelle Wahrnehmung der Entstehung einer Skulptur und die Arbeitsgeräusche stellen innerhalb dieses Text/Musik/Bild-Konglomerats den Anspruch auf eine grenzüberschreitende Kommunikation im Hier und Jetzt als Antwort auf Jean Pauls Gottsuche.

Eintritt frei, Spenden erwünscht.